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INSTALLATION / MEDIEN RAUM / INSZENIERUNG : Thomas J. Jelinek
ERÖFFNUNG :
Begrüßung Gisela Weißenbach-Abraham
Opening speech Andreas Spiegl
SOUND - PERFORMANCE Michael Fischer

e.S.e.L © Joana Pianka

Spiegl, Abraham, Jelinek © 2026 GGA/tom thoermer




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processes of
D I S S O L U T I O N decay
R E S O L U T I O N scaling
AUFLÖSUNG
ist eine „sitespecific Installation“
von Thomas J. Jelinek
Ein begehbares Beobachtungslabor einer fragmentierten und fragmentarischen Landschaft, aus Datenspuren und Artefakten in verschiedenen Größenskalierung und Zuständen, in einem kontextuell veränderlichen Lichtraum aus überlagerten Video-projektionen.
Die Installation besteht aus Apparaturen, Vergrösserungs- vorrichtungen und skalierten Bildern die in Prozesse und Geschehnisse heraus oder hinein zoomen - ihre Auflösung verändern – Skizzen und Datensätzen aus Forschungsprozessen, die ebenfalls im Informationsvolumen skaliert werden. Dieses installierte Labor zeigt eine unvollständige oder teilzerstörte, multimediale Bibliothek aus Bildern,Texten, Erinnerungen, Datenspuren und Artefakten.
Objekte die teilweise erst durch die Vergrösserung, den Blick durch eine Lupe oder Mikroskop, ihren Zerstörungszustand oder eigentlichen Informationen sichtbar und lesbar werden lassen.
Den Betrachtungsebenen der Datenspuren, zytologischen und mikrostrukturellen Prozesse, steht ein makroskopischer Raum aus Licht-projektionen gegenüber, der den Laborraum der kleinen, teilweise mikroskopischen Skalen überlagert. Die – aus einem 3D-Verfahren sich überlagernder Projektionen – entstehenden Bilder zeigen die Spuren menschlicher Aktivitäten, in makroskopischer und planetarer Größenskala. Die aus der Überlagerung erzeugten Interferenzmuster legen nicht nur strukturelle sondern auch inhaltliche Kontexte offen.

" DAS ERBE " Installation / Material Weihnachtsbäume /
Stämme von Fichten, die ab den 70er Jahren des 20ten Jahrhunderts gesammelt wurden. Ein Fund im "Nachlass" meines Vaters.
Thomas J. Jelinek / 2026


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LEBENSSPUR auf Teer, Öl und Sand / LIFE TRACE on tar, oil and sand
Thomas J. Jelinek / 1995
Wir schreiben jeden Tag Geschichte, jede_r von uns kreiert Wirklichkeit. Jede Minute. Jede Sekunde nimmt Entropie zu.
Jede Sekunde entwickeln, entgegen dem Auflösungssog, Prozesse auf atomarer, molkeularer und makroskopischer Skala Bewegung und Entwicklung, die wir bei Aminosäurenbasierten Prozessen Leben nennen.
Das Seiende und das Sehende können nur im Prozess existieren ohne den nichts ist. Das was wir als Leben bezeichen ist ein ständiger Wandlungsprozess.
N I C H T S B L E I B T

Wer will, dass die Welt bleibt, wie sie ist, will nicht, dass sie bleibt.
Erich Fried
Gegenwärtig zeigt sich gerade auf der politischen Ebene die fatale und tödliche Konsequenz des Wunsches nach Stillstand oder Umkehr zu vergangenen Zuständen, die es sicher nie gegeben hat und entsprechend der Gesetze der Thermodynamik - dem Fortschreiten der Entropie - schon rein physikalisch nicht möglich ist.
Nur solange wir in Bewgung sind sind wir am Leben.
und so bleibt nichts - solange wir sind.
Zeit - Raum Spuren
Der Prozess ist Bewegung und diese hinterlassen Spuren.
Die Komponenten Raum Zeit und Dimension, können nur gelesen werden
wenn das Objektiv auf die passende -
d.h. korrespondiere Brennweite eingestellt ist.
Wir sehen immer nur soviel wie wir wissen, aber gleichzeitig lernen wir durch sehen. Da Sehen ein kognitiver Akt ist, bedeutet es Lösung und Problem zugleich.
Entropie und Gravitationsprozesse
Forscher schätzen, dass ein durchschnittlicher Mensch im 18. Jahrhundert
in seinem ganzen Leben etwa so viele externe Informationen verarbeitete,
wie ein gegenwärtiger Mensch an einem einzigen Tag.
Das Gefühl von Beschleunigung und Kontrollverlust, wie kognitive Überladung mag ein Auslöser für viele soziale und politisch problematische bis gefährliche Prozesse der Gegenwart sein.
Aber auch die Bandbreite unserer Skalierungsmöglichkeiten haben uns an die Grenzen des bis jetzt denkbaren gebracht, was die Informationsdichte exponentiell steigert aber auch den Erkenntishorizont um Lichtjahre und bis zur Planck-Zeit erweitert hat.


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Gerade die Klimakrise zeigt die menschlich Schwierigkeit die relevanten Zeitdimensionen von Jahrzehnten und Jahrhunderten zu erfassen, während wir auf der menschlichen Skala in Größenordnungen von Tagen, Jahren und Jahrzehnten messen, und die kosmische Dimension in Jahrmillionen und Milliarden zählt.
Ebenso verhält es sich mit den Raumdimensionen und Grössenordnungen die wir bereits manipulierend bis in die Nanobereiche bearbeiten aber in der Mehrheit nicht in unseren Vorstellungsbereich integriert haben.
Der Beginn einer Lösung beginnt also mit der Auflösung unserer Wahrnehmung. Die Erkenntnis im Mikrobereich hat das Potenzial den Ansatz der Weltsicht zu verändern wie die Quantenphysik die Technologieentwicklung im 20. und 21. Jahrhundert.
Übertragen können wir unsere Erde, das kleine „Raumschiff“ mit dem wir durch das lebensfeindliche Weltall rasen, ein eben solches Abgeschlossenes ist – auch wenn das physikalisch nicht wirklich richtig ist, so werden wir auf menschlicher, praktischer Ebene dem nicht entkommen.
Und wenn die Sätze der Thermodynamik richtig sind, dann bedeutet Entropie auch, dass wir den Prozess, wie auch die Zeit nicht umkehren können, wir können also nicht mehr zurück.
Jelinek



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